Ernährung

Zucker – ein Gift?

Zucker hat den Ruf uns krank und dick zu machen und unseren Zähnen zu schaden. Es ist erwiesenermaßen nicht die gesündeste Substanz und auch kein essenzieller Nährstoff für unseren Körper. Süßes kann ähnlich auf unseren Organismus wirken, wie eine Droge, denn es macht Appetit auf mehr. Wenn wir diese Substanz konsumieren, gelangt sie ohne Umwege direkt in die Blutbahn und treibt den Blutzuckerspiegel hoch, der danach genauso schnell wieder abfällt – wir bekommen wieder Hunger.

In unserem Gehirn wird das sogenannte Belohnungssystem ausgelöst, wenn wir etwas Süßes essen. Vor allem die Ausschüttung des chemischen Botenstoffes veranlasst, dass wir uns gut fühlen und die Motivation steigt dieses Gefühl wiederholen zu wollen. Es entwickelt sich eine emotionale Abhängigkeit zu Zucker. Besonders wenn wir gestresst sind oder uns für ein bestimmtes Ereignis belohnen wollen, greifen wir gern zur süßen Versuchung.

Geheimagent „Zucker“.

Die WHO und DGE empfehlen nicht über 25g Zucker am Tag zu konsumieren. Von dieser Vorgabe ausgeschlossen sind Lebensmittel in denen in natürlicher Weise Zucker vorkommt, wie zum Beispiel Obst. Als Orientierung: das sind ungefähr 8 Zuckerwürfel pro Tag. Beim oberen Ende dieser Empfehlung landet man aber schnell, wenn man nicht alles aus unverarbeiteten Zutaten kocht.

Der Durchschnitt verzehrt im Jahr statt den empfohlenen 9kg ganze 34 kg Zucker. Auch Lebensmittel mit Beschriftungen wie „mit natürlicher Süße“ oder „zuckerreduziert“ können trotzdem noch große Mengen dieser Substanz enthalten, denn diese Aussage bedeutet nur, dass das Produkt im Vergleich zu ähnlichen Produkten weniger Zucker enthält.
Selbst wenn man immer brav die Inhaltsliste von Lebensmitteln vor dem Kaufen auf Zucker prüft, können einem einige zuckerartigen Kollegen entwischen. Leider müssen auch nicht alle zuckerartigen Zutaten auf der Packung angegeben werden. Deswegen sollte im Allgemeinen auf prozessierte Fertiggerichte, soweit es geht, verzichtet werden.

Auch die braune Variante, also Rohr- und Rohrohrzucker ist nicht gesünder als der herkömmliche Haushaltszucker. Chemisch gesehen bestehen nämlich beide aus dem Molekül Saccharose und Fruktose. Aber Zucker trägt viele Namen auf unseren Lebensmittelverpackungen. Süßmolkenpulver zum Beispiel besteht zu ca. ¾ aus Milchzucker und alle Zutaten die mit Malto- beginnen oder auf -tose enden gehören meistens zur Zuckerfamilie. Zum Beispiel Maltose, Fruktose oder Dextrose. Aber auch Sirup aus Mais, Reis oder Stärke sind billige Zucker, die sich gerne in der Zutatenliste verstecken. Indem man in der Nährwerttabelle nachschaut, bekommt man den besten Überblick wie viel Gramm Zucker das Produkt tatsächlich enthält.

Alternativen.

Es gibt einige Alternativen zu Haushaltszucker auf dem Markt. Als natürlichstes Süßungsmittel gelten Trockenfrüchte wie zum Beispiel Datteln, Aprikosen und Feigen und aus ihnen hergestellte Sirupe (wichtig hier: Die einzigen Zutaten sollten nur die getrocknete Frucht und Wasser sein).

Gerade Datteln eignen sich auch hervorragend zum Kochen und Backen und enthalten eine Menge Nährstoffe. Weiterhin sind auch Süßstoffe eine gute Alternative, weil viele von diesen auch keine Kalorien haben. Ab einer bestimmten Menge können einige Süßstoffe aber abführend wirken, da diese Wasser im Darm binden (ab ca. 200g), deswegen gilt auch hier in Maßen genießen. Eine Ausnahme bildet Erythrit, das keinen Einfluss auf die Darmflora haben soll.

Insgesamt gelten alle Süßstoffe, bis auf wenige Ausnahmen wie Aspartam, Saccharin und Sucralose, als ernährungswissenschaftlich gesichert und können beim Abnehmen helfen.

Fazit.

Die Menge macht bekanntlich immer das Gift. Ein bisschen Zucker zu sich zu nehmen ist nicht „schlimm“. Das Zuckerproblem unserer Industriegesellschaft ist das hohe Vorkommen dieser Substanz bei der Lebensmittelherstellung. Nicht nur in „Süßigkeiten“ befinden sich große Mengen Zucker, sondern auch in Soßen, Softdrinks und Säften, den meisten Fertiggerichten, ja sogar in Fleisch- und Milchprodukten und Brot. Raffinierter Zucker ist eine Billigware und deshalb allein aus wirtschaftlichen Gründen vielen Produkten beigesetzt. Dazu kommt, dass Zucker ein Geschmacksträger ist und eine angenehme Süße hat.

Komplett auf Zucker zu verzichten ist für die meisten Menschen aber schwer zu realisieren. Essen gehen im Restaurant ist vom Tisch und eine Kugel Eis an heißen Tagen zu essen, ist verboten. Hier sehen wir schon das Problem einer so extremen Herangehensweise an dieses Thema. Bei den meisten Menschen löst ein „Lebensmittelverbot“ ein noch größeres Verlangen nach in diesem Fall Zucker aus. Es wird immer schwerer der Versuchung zu widerstehen und zuckerreiche Nahrung scheint uns immer attraktiver. Oft äußert sich dies dann in Heißhungerattacken und wir essen über unseren Appetit hinaus und konsumieren mehr Zucker auf einmal als wir es normalerweise vor dem Zuckerverzicht getan hätten. Aus so einem Verhalten resultieren Schuldgefühle, die diesen Teufelskreis noch verstärken. Wir haben das Gefühl zu wenig Disziplin zu haben und essen aus Frust noch mehr.

Süßstoffe und natürliche Süßungsmittel können unser Verlangen nach etwas Süßen stillen und sind gesundheitlich weit vorteilhafter als Industriezucker. Die Umstellung mag etwas Gewöhnung erfordern aber nach wenigen Wochen hat man sich an das neue Geschmackserlebnis gewöhnt. Es gibt so viele Alternativen, zwischen welchen man sich entscheiden kann und es ist mit Sicherheit auch etwas für dich dabei. Ab und zu eine italienische Kugel Eis oder das Essen von Oma wird dir aber auch keinen großen Schaden zufügen.

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