Training

Wie sinnvoll ist ein Gewichthebergürtel?

Grundidee.

Komplexe Ganzkörperübungen erfordern eine möglichst sichere Übungsausführung um Verletzungen vorzubeugen. Vor allem bei den typischen Kraftdreikampf Übungen Kniebeugen, Kreuzheben und Bankdrücken herrschen hohe Belastungen auf der Wirbelsäule. Um diese empfindliche Stelle vor Verletzungen zu schützen tragen einige Sportler einen Gewichthebergürtel.

Anwendung.

Üblicherweise sind die Gürtel aus einem sehr festen synthetischen Material oder Leder gefertigt. Während der Anwendung müssen sie so eng wie möglich getragen werden. Musst du deinen Gürtel während der Satzpause nicht lockern oder ganz ablegen ist er definitiv zu locker. Es empfiehlt sich einen möglichst fein verstellbaren Gürtel zu benutzen, da das Körpergewicht auch tagesformabhängig schwanken kann. Hier gilt je enger, desto besser.

Häufig wird der Gürtel auch viel zu tief getragen. Die richtige Stelle kannst du an deinem seitlichen Bauch, genau zwischen dem oberen Ende deines Hüftknochens und der letzten Rippe deine Brustkorbs ertasten. Der Gürtel soll genau da liegen, wo keine knöcherne Sicherung herrscht.

Das Tragen des Gürtels ist keine Pflicht, sondern hängt von individuellen Präferenzen und Trainingserfahrungen ab. Allgemein gibt es zwei Situationen in dem das Tragen eines Gürtels angebracht ist. Erstens zu Wettkampfzwecken und zweitens bei sehr hohen Trainingsintensitäten. Bei Wettkämpfen, wo das Tragen eines Gewichthebergürtels erlaubt ist, empfiehlt es sich diesen auch zu tragen um die gleichen Voraussetzungen wie deine Mitstreiter zu haben und es lohnt sich natürlich dies auch in deiner Trainingspraxis zu implementieren.

Natürlich führen auch Freizeitsportler und Bodybuilder diese komplexen Übungen in ihrer Trainingspraxis aus. Als Orientierung: ein Gürtel kann ab 85% deines 1-REP-Max und unter 6 Widerholungszahlen zur Absicherung getragen werden. Trotzdem ist das Tragen eines Gürtels nur den sehr erfahrenen Sportlern zu empfehlen.

Vorteile & Nachteile.

Es gibt keine detaillierten Studien, die die Wirksamkeit eines solchen Gürtels bestätigen, doch in der Trainingspraxis schwören viele Kraftsportler auf dieses Hilfsmittel. Man nimmt an, dass durch die Erhöhung des Drucks auf den Rumpf und Bauchbereich dem ganzen Körper mehr Kraft verliehen wird (Bauchinnendruck soll die Stabilität bei der Übungsausführung erhöhen).

Weiterhin sollen die Wirbelsäule und die zwischen den Wirbeln liegenden Bandscheiben entlastet werden. Wichtig ist, dass die Technik des sogenannten Valsalva-Manövers perfekt beherrscht wird, sonst wird von der Verwendung eines Gewichthebergürtels dringend abgeraten. Das Valsalva-Manöver bezeichnet das erzwungene Zuhalten von Mund und Nase, um durch die Anspannung der Atemmuskulatur Druck aufzubauen. Das Valsalva-Manöver kann auch ohne Gürtel praktiziert werden und findet oft in der klinischen Testung häufig Anwendung. Taucher verwenden dieses Manöver ebenfalls regelmäßig, um den Mittelohrdruck an den Wasserdruck anzupassen, um ein Barotrauma zu vermeiden. Der Gürtel kann den Druck der Atemmuskulatur noch erhöhen, da hier gegen einen Widerstand gedrückt wird.

Allerdings steigt durch den Rückstau der Luft in die unteren Atemwege der intrathorakale Druck und als Folge entsteht ein verminderter venöser Rückstrom ins rechte Herz. Daraus resultiert ein geringeres in der rechten und ein erhöhtes Schlagvolumen in der linken Herzkammer und der diastolische Blutdruck steigt an. Wendet man dieses Manöver also über eine zu lange Zeitspanne an, kann ein Kreislaufkollaps entstehen.

Ein weiteres Problem kann die Überbelastung der passiven Strukturen sein, da das Gewicht ohne Hilfsmittel wahrscheinlich nicht überwunden worden wäre. Der Körper ist noch nicht auf ein so hohes Gewicht angepasst, was das Verletzungsrisiko wieder erhöhen kann. Den Gürtel als „Muskelersatz“ zu verwenden ist keine gute Idee, denn eine Unterentwicklung der Rumpfmuskulatur kann ebenfalls in einem hohem Verletzungsrisiko resultieren. Wenn der Gürtel als Art Prothese genutzt wird, besteht zusätzlich das Risiko einer Fehlbelastung, da es ein falsches Gefühl von Sicherheit vermittelt wird.

Fazit.

Dein Ziel sollte es allgemein sein, wenn du nicht grade planst an einem Kraftdreikampf Wettbewerb teilzunehmen, deinen Körper als funktionelle Einheit zu stärken und muskuläre Dysbalancen zu vermeiden. Du solltest deine Rumpfkraft exponentiell mit deiner Maximalkraft bei komplexen Übungen mitentwickeln.

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